Wer bin ich?

Wer bin ich?

Es gibt Dinge, die sind schlimmer als der Tod selbst, Krankheitssymptome, die das menschliche Denken und Wahrnehmungsempfinden überschreiten und Heilungen, die niemals gefunden werden können. Es gibt Dinge, die man nicht mal seinem schlimmsten Feind wünscht. Es kann jeden treffen, überall und zu jeder Zeit. Laut Statistiken, die ich mir selbst ausgedacht habe, leiden bis zu 130% der männlichen Individuen mehrmals im Leben an dieser furchtbaren Krankheit: MÄNNERGRIPPE! Ihr schmunzelt, aber ich liege hier dahingerafft auf meiner Couch, Zunge vom heißen Tee verbrannt, Atmungszyklen wie Darth Vader und einen erotischen „WICK-DAYMED-Eukalyptus“ Eigengeruch. Es geht mit mir zu Ende und deshalb entschuldige ich mich auch, dass gestern kein Video auf YouTube kam, aber ich habe mir meinen Laptop geschnappt, um evtl. die wichtigste Lebensfrage zu beleuchten. So kurz vor meinem Dahinscheiden möchte ich in diesem Blogpost von verschiedenen Blickwinkeln erörtern wer ich eigentlich bin.

„Mein Name ist Lüders. Philipp Lüders.“ Wäre ich ein Geheimagent wäre das wohl meine Begrüßungsfloskel. Da ich euch aber nicht sagen dürfte, wenn ich ein geheimer Spion wäre, lassen wir das Thema und widmen uns der Frage, wer hinter der Person des öffentlichen Lebens “Philipp Lüders” steht, was hinter der Fassade steckt und warum er ist, wie er ist?

Modeblogger, YouTuber, Social Media Manager, Tänzer, Hobbypsychologe, Kämpfer, Frohnatur und Witzbold, all das sind Bezeichnungen, die mir auf Anhieb einfallen, wenn es darum geht mich selbst zu beschreiben. Aus diesen Bezeichnungen lassen sich natürlich weitere Charaktereigenschaften erschließen, wie modeaffin, eitel, stilbewusst, interessiert, neugierig, verrückt, witzig, sarkastisch, tiefgründig, empathisch, gefühlvoll, sympathisch, mutig und vielseitig. Besonders vielseitig ist dabei eine Eigenschaft, die ich schon oft gehört habe. Dabei wird meist die Vielseitigkeit des Menschen in Bezug auf die Anzahl von Interessen, Hobbys oder persönlichem Können dargestellt. Doch was ist mit der Annahme jeder Mensch sei ein Buch mit einem Cover und vielen Seiten. Wobei der Inhalt auf den Seiten für Erfahrungen, Hobbys, Interessen und Können steht und die Seiten selbst stehen eher für verschiedene Persönlichkeiten. Ich weiß nicht genau ob ich der Einzige bin der diese Sichtweise verfolgt oder ob es offizielle Theorien dazu gibt. Was ich aber damit sagen möchte ist, dass ich mehrere Persönlichkeiten habe. Das hat weder etwas mit einer Psychose noch mit Schizophrenie zu tun, sondern ist lediglich meine Interpretation für verschiedene Verhaltensmuster in unterschiedlichen Situationen. Oben habe ich aufgezählt, was mir als Erstes einfällt, wenn ich mich selbst betiteln und dann charakterlich beschreiben müsste. Ist euch dabei aufgefallen, dass ich beispielsweise negative Punkte weggelassen oder Eigenschaften nicht aufgezählt habe, die nur meine Familie, engsten Freunde oder Ex-Partner kennen?

Niemand gesteht sich gern Schwächen, Ängste oder Probleme ein bzw. versteckt diese sicher vor der Öffentlichkeit, um sich nicht angreifbar zu machen. Diese Verhaltensweise lege ich natürlich auch an den Tag, nur leider ist genau dies der Grund für unsere oberflächliche Gesellschaft. Kaum jemand redet über wahre persönliche Probleme, lässt echte Emotionen zu oder nimmt empathisch und aufrichtig teil an Problemen anderer. Man könnte auch sagen, dass wir in einer EGODRIVE-Gesellschaft leben, uns selbst immer in den Mittelpunkt stellen, aber nach Außen immer Nächstenliebe, Anteilnahme, Empathie und Mitgefühl heucheln. Aber ich schweife gedanklich schon wieder ab und kritisiere die Gesellschaft, statt mich selbst. Ich bin ein EGODRIVE-Typ und ich stehe dazu egoistisch zu sein und deshalb geht es in diesem Blogpost auch um mich, da ich die Probleme des Lebens bei mir und nicht in der Gesellschaft suchen muss. Dennoch bedeutet mein Egoismus nicht, dass ich keine anderen Seiten habe bzw. wahre Emotionen an die Mitmenschen weitergeben kann. Ich beuge mich nicht der Heuchelei, sondern möchte real sein, aber bin ich das bzw. wer bin ich überhaupt? Genau das ist der Punkt und das Paradoxon der recht einfach wirkenden Frage.

Fakt ist: Ich bestehe aus einer harten Schale und einem vielschichtigen weichen Kern. Dies in Erfahrung zu bringen und zu akzeptieren ist die eine Sache, die andere ist den richtigen Menschen die richtige Seite zu zeigen. Also muss man erörtern, wer welche Seite oder Schicht des Kerns verdient hat. Starten wir von außen nach innen mit den Zielgruppe und den dazugehörigen Eigenschaften.

DIE AUSSENSCHALE

Zielgruppe: fremde Menschen

Positive Eigenschaften: respektvoll, ehrlich, kommunikativ, offen, sympathisch, direkt, neugierig, hilfsbereit, selbstbewusst

Negative Eigenschaften: emotional distanziert, misstrauisch, voreilig, unaufmerksam, ungeduldig, oberflächlich, eitel, wirkt arrogant

Zielgruppe: Bekannte

Positive Eigenschaften: respektvoll, ehrlich, kommunikativ, offen, sympathisch, direkt, neugierig, hilfsbereit, selbstbewusst, freundlich, aktiv,

 Negative Eigenschaften: emotional distanziert, misstrauisch, voreilig, ungeduldig

DER KERN

Zielgruppe: Freunde

Positive Eigenschaften: respektvoll, ehrlich, kommunikativ, offen, sympathisch, direkt, neugierig, hilfsbereit, selbstbewusst, freundlich, aktiv, empathisch,verlässlich, warmherzig, anpassungsfähig, flexibel, empfindlich

 Negative Eigenschaften: misstrauisch, manchmal voreilig, ängstlich (Verlust), angreifbar

Zielgruppe: Beste Freunde/Familie

Positive Eigenschaften: respektvoll, ehrlich, kommunikativ, offen, sympathisch, direkt, neugierig, hilfsbereit, selbstbewusst, freundlich, aktiv,verlässlich, warmherzig, anpassungsfähig, flexibel, sehr empfindlich, liebevoll, verantwortlich, aufrecht, sensibel

 Negativen Eigenschaften: ängstlich (Verlust), angreifbar

Zielgruppe: Partnerin

Positive Eigenschaften: respektvoll, ehrlich, kommunikativ, offen, sympathisch, direkt, neugierig, hilfsbereit, selbstbewusst, freundlich, aktiv, verlässlich, warmherzig, anpassungsfähig, flexibel, sehr empfindlich, liebevoll, verantwortlich, aufrecht, sensibel, leidenschaftlich, etwas versaut

Negative Eigenschaften: ängstlich (Verlust), angreifbar

Man sieht deutlich, dass ich klar zwischen Außenschale und Kern unterscheide. Je mehr ich einen Menschen kenne, desto mehr positive Eigenschaften (fett markiert) kommen dazu und die Negativen bauen sich nach und nach ab. Einen weiteren Unterschied muss man aber zwischen den negativen Eigenschaften der Außenschale und dem Kern machen, weil während in der Schale die negativen Dinge eher oberflächlich sind, werden diese im Kern mehr und mehr emotionaler. So kann ich offen zugeben, dass in meinem tiefsten Inneren die Verletzlichkeit gegenüber den von mir geliebten Menschen und meine Angst solche wichtigen Personen zu verlieren als die größten negativen Eigenschaften angesehen werden können. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Eigenschaften eines Menschen und auch ich habe noch weitere Stärken und Schwächen. Dennoch zeigt diese Auflistung perfekt, was ich mit diesem Blogpost aussagen möchte. Neben der Vielseitig- oder Vielschichtigkeit eines Menschen kann man so sehr gut für sich persönlich erörtern, wer man ist und warum man sich wie jemanden gegenüber verhält. Wir begegnen jeden Tag verschiedenen Menschen, diversen Charakteren und unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wichtig dabei ist nur, dass wir wissen wer wir sind und wie wir uns gegenüber einem anderen Menschen respektvoll verhalten. Wissen wir dabei unsere Emotionen zu kanalisieren und zu kategorisieren können wir ganz anders mit einem Menschen umgehen, wobei eben die ganzen gesellschaftlichen Oberflächlichkeiten, wie Hobbys, Interessen, Fähigkeiten, Ziele, Besitztümer, Vorlieben keine Rolle spielen! Darüber hinaus müssen wir lernen Menschen nicht anhand ihrer Schale zu beurteilen. Nicht jeder erste Eindruck, nicht jede kleine negative Eigenschaft und nicht jeder erste äußerliche, charakterliche oder sexuelle Unterschied definieren das große Ganze, sondern erst die Zeit und das Vertrauen zeigen ob Dinge beständig sein können. Wie ich schon oft geschrieben habe, man darf die negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht die Zukunft beeinflussen lassen, sondern Dinge abschließen und sich unvoreingenommen in neue Abenteuer stürzen. Ich war selbst erstaunt wie oft ich dadurch wundervolle Momente in meinem Leben erleben durfte, die ich durch meine Ängste und Vorurteile fast verpasst hätte.

Wir können die oberflächliche Gesellschaft vielleicht nicht ändern, aber wir können bei uns anfangen ein Stück gegen jeglichen Wandel zu wirken. Anfangen uns selbst zu finden, uns lieben zu lernen und diese Liebe an die Menschen in unserem Umfeld weiterzugeben. Wir dürfen keine Angst haben Schwäche und Emotionen zu zeigen und wir müssen direkt, offen und ehrlich sein. Auch wenn man sich angreifbar macht oder mit der direkten offenen Art Leute vor den Kopf stößt ist das in meinen Augen der aufrichtigste und mutigste Weg sein Leben zu gehen und nur so werde ich ihn gehen. DENN DAS BIN ICH!

3 Antworten

  1. Jenni sagt:

    Wow, mega gut geschrieben! Philipp, ich mag dich so wie du bist, mit all deinen positiven, als auch negativen Eigenschaften. Denn die machen dich einzigartig und unersetzlich! Bleib so wie du bist 😘

  2. Mare Kue sagt:

    Ich glaube, ich mag diesen “ich”.
    Und die ein oder andere Facette mehr will ich ganz unbedingt auch noch kennenlernen.
    Ich freue mich auf Deinen Kern.

  3. Dany sagt:

    Einst hat mal jemand zu mir gesagt “Liebe dich selbst und du kannst jeden heiraten” es hat Jahre gedauert bis ich verstanden habe was er damit meinte. Jahre in denen ich mich endlich so akzeptiert habe wie ich bin. Und das es eine besondere Gabe ist so feinfühlig und sensibel zu sein. Als Jugendliche konnte ich damit nichts anfangen. Im Gegenteil, es hat mich daran gehindert so zu sein wie andere und dazuzugehören. Dabei wollte ich immer nur das. Dachte ich zumindest. Doch verändert man sich selbst, verändert sich auch sein Umfeld. Aber noch immer gibt es viel zu lernen.

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