Wann und wie kennzeichne ich Werbung?

Wann und wie kennzeichne ich Werbung?

Verlinken, taggen und erwähnen gehört zum Daily Business eines jeden Social Media Nutzers. Doch wer muss nun diese Markierungen rechts-konform markieren, was genau muss man kennzeichnen und was nicht? All das beleuchte ich in diesem Blogpost.

Der Sinn sozialer Netzwerke besteht darin, sich mit anderen auszutauschen, sich zu inspirieren und über Verlinkungen, Hashtags und Markierungen Anregungen, Informationen und häufig auch Kritik zu vermitteln. Viele Influencer nutzen diese Möglichkeit, um mit ihren Followern zu interagieren, dabei sind Verlinkungen und Markierungen von Unternehmen/Marken oder Personen primär ein Hinweis, diese auffindbarer zu machen. Was oftmals ohne werblichen Hintergrund passiert wird trotzdem vom VSW (Verband Sozialer Wettbewerb) immer genauer unter die Lupe genommen und teilweise abgemahnt.  Grundlegend gilt, wer sein Social Media Account oder einen Blog gewerblich nutzt ist verpflichtet Markierungen in richtiger Form zu kennzeichnen. Gewerblich bedeutet aber nicht zwangsläufig ein Gewerbe. Auch „private“ Personen mit einer gewissen Reichweite und Community gelten als Influencer und fallen somit unter die Kennzeichnungspflicht. Genau da beginnt das Problem, ab welcher Followerzahl spricht man von einer Community und ab wann ist man ein sogenannter Beeinflusser. Laut Medienberichten wurden sogar schon Profile von Menschen mit weniger als 300 Followern abgemahnt. Da die Grauzone bis heute nicht wirklich definiert ist, sollte man einfach tendenziell vorsichtiger sein, sobald man folgende Punkte erfüllt:

  • Regelmäßiges Branchenspezifisches Posting
  • Postings, die verherrlichend ein Produkt, eine Dienstleistung oder Marke/Firma darstellen
  • Business Profil (autom. Öffentlich)
  • Sobald deine Followerzahl über 50% Fremde (Fans, Anhänger etc.), statt Freunde und Bekannte sind

So richtig einsichtig ist das nicht und deswegen gibt es so viele ungeklärte Fälle bzw. sehr viele Nutzer, die das Thema auf die leichte Schulter nehmen. Bekannte Fälle, wie von Cathy Hummels zeigen aber, wie schnell und hart der VSW vorgeht. Ein Leitfaden der Landesmedienanstalt soll etwas Licht ins Dunkel bringen und zeigt in einer kleinen Grafik, wie man am besten auf Nummer sicher geht. (Hier geht’s zum kompletten Leitfaden) – zusammengefasst:

Was muss gekennzeichnet werden?

  • Beiträge (Fotos, Videos oder Texte), die gegen eine Gegenleistung veröffentlicht werden. Das muss nicht unbedingt Geld sein. Die Gegenleistung kann auch eine gesponserte Hotelübernachtung, ein gratis zugesandtes Produkt oder eine Einladung zu einem Event sein.
  • Beiträge, in denen eigene Marken oder Produkte zu sehen sind oder genannt werden. Viele Social-Media-Bekanntheiten gründen eigene Firmen, über die sie etwa Merchandising, Kosmetik oder Mode verkaufen.
  • Beiträge, in denen Links eingebaut sind, für die die postende Person Geld bekommt.
  • Beiträge, in denen ein Influencer Rabattcodes herausgibt

Wie muss ich kennzeichnen?

  • Die Kennzeichnung muss vor allem schnell und deutlich erkennbar sein – bei Texten oder Instagram-Bildunterschriften also am Textbeginn und nicht versteckt in den Hashtags. Bei Videos genügt eine Kennzeichnung am Anfang, sofern das beworbene Produkt nur kurz im Video auftaucht. Dreht sich ein Video aber hauptsächlich um ein beworbenes Produkt, muss die Kennzeichnung das gesamte Video hindurch eingeblendet bleiben – und zwar gut sichtbar.
  • Die Instagram-Werbefunktion, mit der Nutzer ihre Beiträge durch „Enthält bezahlte Promotion“ oder „Bezahlte Partnerschaft mit…“ ergänzen können, reicht nicht aus. Auch englischsprachige Begriffe wie „ad“, „sponsored by“ oder „PR Sample“ sollen für deutsche Accounts unzureichend sein. Genehmigt sind die Wörter „Werbung“ und „Anzeige“, für Youtube-Videos auch „Werbevideo“ oder „Unterstützt durch Produktplatzierungen“.

Selbst wenn man sich private Produkte als Influencer kauft und diese positiv (zu positiv – was ein ziemlich subjektiver Wahrnehmungsfaktor ist) anpreist via Social Media, kann einem unterstellt werden, diese zu bewerben, da beim objektiven Betrachter der Eindruck entstehen würde, dass der Absatz/Verkauf des positiv genannten Produkts gefördert werden soll. Dieses gesamte Wirrwarr ist mittlerweile schon in der Bundesregierung angekommen, die durch Social Media Experten immer mehr geschult wird und gemeinsam eine einheitliche Lösung für die gesamte Werbebranche auf Instagram finden möchte.

Die Thematik ist also ziemlich wichtig und jeder mit einem öffentlichen Profil sollte darauf achten, was er postet und wen/was er verlinkt und markiert. Vorsicht ist geboten, aber dennoch sollte man nicht wild alles markieren, um auf Nummer sicher zu gehen. Follower auf Social Media wollen Authentizität und keine privaten Werbeträger.

Markierst du Werbung richtig oder hast du es bisher ignoriert? Wenn du Hilfe benötigst und noch Fragen zu dem Thema hast, dann schreibe mir gern eine unverbindliche Mail an kontakt@philippldrs.de. Ich helfe dir gern weiter und berate dich bezüglich Influencer Marketing in Bezug auf die richtige Markierung und Ausweisung von Werbung.

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