Macht Social Media krank?

Macht Social Media krank?

Wenn von Facebook-Burnout, Social Media Depression oder der „Fear of Missing out“ ( kurz FoMo) die Rede ist, denkt man erstmal an neumodische Krankheiten und nichts Ernstes, aber in diesem Blogpost werde ich herausstellen, ob diese Krankheiten bedrohliche Realität oder doch nur Trendthemen der Medien sind.

Die Nutzerzahlen sozialer Medien steigen jährlich millionenfach an und so auch die Nutzungszeit und -intensität der einzelnen User der Plattformen. Mehrere Stunden täglich verbringt man oftmals am Smartphone und auf Social Media Apps. Besonders Jugendliche, junge Erwachsene und Berufstätige in dem Bereich Social Media haben ein höheres Risiko, durch negative Faktoren von sozialen Medien, die eigene psychische Gesundheit zu gefährden. Studien haben sogar ergeben, dass Angstzustände, Depressionen, verminderte Selbstwahrnehmung, Schlafmangel und Cyber-Mobbing negative Folgen eines zu hohen Social Media Konsum sind. Fazit dieser Studie: „Soziale Medien sind größere Suchtmittel als Zigaretten und Alkohol. Deshalb dürfen wir ihre Auswirkungen auf die Psyche nicht mehr länger ignorieren“ (Hier geht’s zur kompletten Studie)

Natürlich gibt man ungern zu von irgendetwas abhängig oder gar süchtig zu sein, jedoch muss man sich selbst vor Augen führen, wie oft man wirklich tagtäglich das Smartphone und soziale Netzwerke nutzt. Von Whatsapp, über Facebook und Instagram bis hin zu anderen Apps auf dem Handy. Dabei spielt natürlich der primäre Zweck, die Art und Weise der Nutzung und die eigene Persönlichkeit eine Rolle und kann unterscheiden in welche Krankheitsbilder man kategorisiert werden kann. FoMo ist zum Beispiel „nur“ die Angst eines Betroffenen etwas zu verpassen, was zu einer sekündlichen Aktualisierung der Kanäle führt und den stetigen Vergleich zwischen dem eigenen Leben und das Auftreten der anderen. Diese FoMo ist meistens der Eintritt, denn nach diesen ersten auslösenden Symptomen, wie Traurigkeit, Frustration, Not- und Zwecklügen bahnt sich meistens das Burnout an. Den Namen Burnout hat das Krankheitsbild dahingehend bekommen, weil es einem klassischen Bournout gleichzusetzen ist. Bei den Betroffenen entsteht eine Überforderung durch die unkontrollierte Flut an Informationen, den stetig wachsenden Kontrollwahn und die immer weiter sinkenden Privatsphäre. Damit man selbst nicht in diesen Teufelskreis rutscht und vorher den Absprung schafft bevor man in eine Depression verfällt, habe ich hier einen kleinen Selbsttest. (Quelle:  Vgl. zu diesem Abschnitt: Huffingtonpost, https://www.huffingtonpost.de/raphael-murr/9-anzeichen-dass-dich-social-media-krank-macht_b_8276128.html; Abruf: 12.06.2018)

  1. Bist du permanent unzufrieden mit dir selbst? Es entsteht das Gefühl, dass das Leben anderer viel interessanter und spektakulärer ist als das Eigene. Die unrealistischen Ziele aus den Sozialen Medien verändern die eigene Realität und du misst dich an anderen und ihrem online kommunizierten Leben.
  2. Fühlst du dich permanent gestresst und unruhig, obwohl du nichts tust? Das Gefühl ständig etwas verpassen zu können erzeugt unterbewussten Stress und eine innere Unruhe.
  3. Fühlst du dich einsam, obwohl man hunderte von Freunden oder Follower hat? Online-Unterhaltungen ersetzen keine persönlichen Gespräche und Kontakte. Wer nur sich nur noch auf Online beschränkt, verliert den Kontakt zu seinen realen Freunden.
  4. Du gibst unnötig viel Geld aus, nur um dich ein wenig glücklicher zu fühlen? Ist man ständig online wird man auch zum Online-Shopping verleitet und bestellt schneller und unkontrolliert.
  5. Fühlst du dich in deinem Körper nicht mehr richtig wohl? Die Profile vieler zeigen ein perfektes Leben, das sich durch einen perfekten Körper und die perfekten Erlebnisse kennzeichnet. Kann man damit selbst nicht mithalten erzeugt das ein schlechte Gefühl und führt zu Unzufriedenheit.
  6. Fühlst du dich verfolgt und beobachtet? Da jeder permanent kommuniziert wo er sich aufhält und was er gerade tut, können Bekanntschaften und das Interesse Anderer schnell aufdringlich und unangenehm werden. Diesem kann man nur schwer entfliehen.

 Sobald einer der Punkte auf dich zutriffst, sollten alle Alarmsignale aufleuchten! Auch ich musste damals bzw. noch heute zugeben, dass ich von Social Media regelrecht beeinflusst bin, jedoch in einem Rahmen, wo es meiner psychischen Gesundheit nichts anhaben kann. Das war nicht immer so. Diese Suchtthematik mit den resultierenden Symptome waren ein Mitgrund, warum ich damals meinen 130.000 Abonnenten Account gelöscht habe.

Hier geht’s zum Blogpost: https://www.philippldrs.de/warum-ich-mein-instagram-account-geloescht-habe/

Mit dieser Löschung bin ich kein Einzelfall. Essena O’Neil –  Eine australische Bloggerin war bildschön, durchtrainiert und führte ein Jetset-Leben. Durch ihre Beiträge im Netz hat sie pro Monat, um die 2.000 Euro verdient. Die damals 18-jährige Essena wollte aber irgendwann raus aus dieser Welt. Sie litt unter dem ständigen Druck perfekt zu sein und ein perfektes Leben zu führen. Deshalb fasste Essena den Entschluss ihrer Followerschaft die Wahrheit über Social Media und ihr Leben mitzuteilen: In einem 17-minütigen Youtube-Video erzählt sie, dass Social Media nicht das echte Leben ist. Social Media ist vielmehr eine Inszenierung, um der Welt dort draußen zu gefallen und um möglichst viele Follower und Likes zu generieren. Im Anschluss löschte sie ihren Instagram-Account und ihren Youtube-Kanal.

Neben uns gibt es auch zahlreiche andere Influencer und Social Media Nutzer, die sich, auf Grund von Krankheitssymptomen oder der Angst vor der Abwärtsspirale Burnout, von Social Media abgewendet und Profile gelöscht haben. So drastisch muss man natürlich als Privatperson nicht sein bzw. ist es teilweise notwendig mit Social Media umzugehen und up2date zu bleiben. Wie man aber trotz des steigenden Konsums einen klaren Kopf behält, zeige ich dir in fünf Schritten:

Dein Zeitmanagement!

Reflektiere deine Zeiteinteilung und fokussiere das Problem bzw. akzeptiere es. Probiere mal ein paar Tage lang zu tracken, wie viel Zeit zu tatsächlich auf deinem Handy verbringst. Und vor allem welche Apps (Social Media Kanäle) du am meisten benutzt. Wenn du die Zahlen Schwarz auf Weiß hast, wirst du merken, wie drastisch diese womöglich sind.

Grenzen & Eliminierung!

Setz’ dir klare Zeiten, wo du Social Media nutzt und um diese genau einzuhalten eliminiere konsequent mögliche Störungen. Stelle die Benachrichtigungen aus, lege das Handy auch aus deinem Blickfeld, trenne ganz klar Business-Zeit von privater Zeit und benutze aktiv den Nacht-Modus, damit du beim Blick auf die Uhr Nachts nicht noch von weiteren Benachrichtigungen abgelenkt wirst.

Time Out!

Durch den riesigen Informationsschwall täglich braucht der Kopf Ruhe und Zeit, um alles zu verarbeiten. Der Körper ist nicht dafür gemacht nur vor einem Rechner zu sitzen und die Augen nicht dafür, nur auf Bildschirme zu starren. Deshalb gönne dir, deinem Körper, deinem Kopf und deinen Augen eine Pause. Bewegung, ausreichend und ruhigen Schlaf, ein Social Media freien Tag pro Woche und eine digitale Detox Kur, sind die wichtigsten Dinge, die du einhalten solltest. Gerade die Social Media Detox Kur lässt den Körper aller paar Monate, für ein bis zwei Wochen ohne Digitale Medien, richtig Kraft tanken.

Big Plan!

Nicht nur das Liken von Beiträgen oder das Beantworten von Nachrichten stresst uns Menschen, auch der Druck nach neuem Content belastet unterbewusst; die einen mehr, die anderen weniger.

Die Anforderungen immer mehr und öfter zu posten und die Community zu unterhalten steigen dank Mythen, Algorithmen und Konkurrenz immer mehr an. Da das gewünschte Engagement auf die Postings das Ziel eines jeden Content Creators ist, sollte man die Quantität durch Qualität ersetzen und sich auf Mehrwert, Ziel und Engagement-Aufbau der Fans fokussieren. So postet man evtl weniger, aber die hochwertigeren Inhalte führen längerfristig zu einem größeren Erfolg.

Me, myself & I!

Du bist der Antrieb aller Dinge, die in deinem Leben und auf Social Media passieren. Wenn du dich selbst unwohl fühlst, zwingst oder Kraft verlierst, kannst du auch nicht vorankommen. Deswegen ist deine mentale Gesundheit, tägliche Erholungsprozesse und deine eigene Zufriedenheit in allen Lebensbereich essenziell.

Seid ihr süchtig nach Social Media oder habt ihr schon am Social Media Burnout gelitten? Schreibt mir gern eure Geschichte und Feedback in einer unverbindlichen Mail an kontakt@philippldrs.de

Darüber hinaus rede ich auch über persönliche Probleme aus dem Alltag und auch über diese Social Media Thematik in meinem Podcast “GedankenGang”, den du auf Spotify, iTunes und Deezer findest. (Klick hier)

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