Die Zukunft ist Tik Tok

Die Zukunft ist Tik Tok

Was damals die Lipsync-App Musical.ly war, ist heute Tik Tok. Von weltweit über 750 Mio. Nutzern sind knapp 4,1 Mio. in Deutschland angesiedelt. Grund genug dafür einmal nachzuhaken, was diese App so besonders macht und ob sie im Social Media Business eine ernstzunehmende Rolle einnimmt bzw. einnehmen kann. Diese Infos und meine Meinung findest du in diesem Blogartikel.

Besonders bei der sehr jungen Zielgruppe von 12 – 19 ist die App beliebt, die in China unter dem Namen „Douyin“ bekannt ist und zum Start Up Unternehmen Bytedance gehört. Neben einer mittlerweile ähnlich großen Nutzerzahl weltweit, ähnelt auch so die Tik Tok App stark Instagram, nur mit dem gravierenden Unterschied, dass man keine Bilder, sondern ausschließlich Kurzvideos (von bis zu 5 min) hochladen kann.

Aber ein Augenblick? Kurze Videos mit Filtermöglichkeiten, unzähligen Features verpackt als soziales Netzwerk. Wo ist der Unterschied bzw. das Besondere im Vergleich zu den Möglichkeiten von Instagram bzw. der App Snapchat?

Tik Tok hat die Nische mit der reinen musikalischen Darbietung. Wer seine Erlebnisse erzählen möchte und diese mit Clips zeigen will, der geht zu Instagram und wer nur mit Filtern herumspielen und lustige Fotos an Freunde schicken will, der geht zu Snapchat. TikTok ist ähnlich wie YouTube ein Content Creation Tool mit der Möglichkeit, dass man den Content mit den Fans zusammen kreiert (Reaction / Duet – Funktion). So wird der UGC (User Generated Content) komplett neuartig (bisher) in den Fokus gerückt. Ein weiterer großer Unterschied ist, dass das Feed-Prinzip so ausgebaut wurde, dass man theoretisch niemanden folgen muss und dennoch ständig Kurzvideos angezeigt zu bekommen. So entstehen, dank dem Algorithmus von Tik Tok, auch auf einzelne Videos Tausende Interaktionen, was auf anderen Plattformen nur den großen Influencern vorbehalten ist. Im Grunde kann man die Feedanzeige auf Tik Tok in zwei Bereiche unterteilen: „Für dich“ und „Folge ich“

Für dich: Das ist der ausschließlich algorithmus-basierte Tik Tok Feed, der anhand deiner bisherigen Interaktionen immer aktualisierte Inhalte deines Interesses anzeigt.

Folge ich: Das ist der klassische Feed, den man aus anderen sozialen Netzwerken kennt, in dem man Inhalte von den Profilen angezeigt bekommt, denen man aktiv folgt.

Im Feed dreht sich dann alles um die Videos im Hochformat, welche man direkt in der App machen kann oder einfach hochlädt. Diese kann man dann mit den aktuellsten Musikhits untermauern und mit unzähligen Filtern, Stickern etc. „verunstalten“. Neben dem Fokus auf Musik und Tanz, wie damals bei Musical.ly, sind bei Tik Tok auch andere Themen, wie Tiere, Sport, Comedy, Rezepte und Gaming, weit verbreitet und sehr beliebt.

TikTok ist also eine ziemlich interessante Plattform und Deutschland zählt in Europa als Tik Tok Land mit den meisten aktiven Nutzern. Da stellt sich die Frage, wie sich Tik Tok als Marketingtool für ein Unternehmen macht und ob das überhaupt etwas bringt?

Tik Tok für Unternehmen

Auch wenn in diesem Kampagnen-Bereich Tik Tok noch in den Kinderschuhen steckt, ist es nicht abwegig, als einer der ersten, auf den potenziellen Marketingzug aufzuspringen. Während verifizierte Unternehmensprofile vom Aufbau anderen sozialen Kanälen ähneln, gibt es ein paar grundlegende Unterschiede. Die Profile können nicht mit einem Webseitenlink versehen werden, sondern maximal mit der Weiterleitung zu YouTube und Instagram und auch jegliche Kurzvideos werden ohne Links und Weiterleitungsmöglichkeiten angezeigt. Interessant ist dann Tik Tok nur, wenn es ums Branding und den Dialog geht. Aktive Marken sind bereits Radiosender, Sportvereine und Medienunternehmen.

Neben organischem Branding und dem Dialog mit Followern und potenziellen Neukunden könnten die Tik Tok Werbeanzeigen ein interessantes Thema werden, sofern man wirklich so eine junge Zielgruppe ansprechen möchte. Bis man aber so leicht Anzeigen buchen kann, wie bei Facebook oder anderen sozialen Kanälen wird es noch etwas dauern. Interessant zu wissen ist dennoch, dass es bisher drei Formate für Werbung gibt/geben wird:

  • Native Videoanzeigen (ähnlich wie bei FB und IG)
  • Brand Takeover Anzeigen (Banner beim Öffnen der App mit Möglichkeit zur Weiterleitung)
  • Gesponsorte Hashtag Challenges (UGC generieren, durch bezahlte Aktionen)

Die Anzeigen können dann direkt über Tik Tok gebucht werden, aber laut der Plattform wird die Auswahl anAnzeigen noch erweitert.

Neben bezahlten oder eigenen Anzeigen rückt vor allem das Influencer Marketing auf der Tik Tok App in den Vordergrund. Sehr viele junge Idole haben dank der Kurzvideos eine steile Karriere hingelegt und sind weltweit angesehen, so etwas kann man sich zu Nutze machen und als Unternehmen die ersten Tik Tok Erfahrungen in Form einer Kooperation sammeln.

Interessant könnten auch noch die nicht unerheblichen Recruiting-Möglichkeiten bei der jungen Zielgruppe sein. Vor allem Schüler lassen sich dort für potenzielle Ausbildungsstellen, Studienplätze, Praktikas etc. ansprechen. Unter dem #lovemyjob haben bereits einige Marken und Angestellte Videos gepostet, um spannende Einblicke in den Berufsalltag zu geben, um so Interessenten zum Bewerben zu animieren.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich persönlich zwar zu alt für die App bin, aber dennoch die App nicht uninteressant aus Unternehmenssicht finde. Man muss sich selbst fragen, ob man die Kapazität und die Zeit hat sich in die App hineinzudenken und die sehr sehr junge Zielgruppe immer mit den aktuellsten Trends zu bespielen, um dann auch nachhaltig treue Anhänger zu gewinnen. Auch wenn 4 Mio. Nutzer viel klingt, sollte man noch etwas abwarten und die App beobachten.

Nutzt du Tik Tok bzw. hast zukünftig vor dein Branding auszubauen und in den Dialog mit deinen Kunden zu treten? Erzähl‘ mir deine Geschichte, stell‘ mir deine Fragen oder erarbeite mit mir gemeinsam eine Strategie, wie du am besten auf Tik Tok erfolgreich wirst! Schreibe mir einfach unverbindlich eine Mail an: kontakt@philippldrs.de

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