Artikel 13 – Der Anfang vom Ende?

Artikel 13 – Der Anfang vom Ende?

Am 26. März um 13:02 Uhr ist die Entscheidung gefallen. Artikel 13 wurde in einer Mehrheit (348 zu 274 Stimmen) von Abgeordneten im Rahmen der neuen Reform des Urheberrechts erlassen. Nun soll im September eine Entscheidung vom Bundesjustizministerium verkündet werden, wie die Reform final umgesetzt wird. Was das für Social Media und vor allem für uns private Nutzer oder Unternehmer hat, zeige ich in diesem Blogpost.

Was ist das Urheberrecht genau? Im Wesentlichen geht es dabei um geistige Werke. Das sind zum Beispiel Songs, Bilder, Filme und Texte. Die Autoren, Komponisten, Sänger, Regisseure etc. von diesen Stücken sind demzufolge die Urheber und haben die kompletten Rechte. Somit ist es automatisch anderen untersagt die Werke in jeglicher Form zu verwenden oder zu veröffentlichen, falls vorher keine Abtretung oder ein Verkauf der Rechte seitens des Urhebers stattgefunden hat.

Ziel der Urheberrechtsreform ist einfach, dass Künstler bzw. generell Urheber für ihre Werke fair und angemessen vergütet werden. Mit dem umstrittenen Artikel 13 (in der Endfassung Artikel 17) der Reform werden große Social Media Plattformen gezwungen Copyright-Kontrollen vor einem Upload durchzuführen, vor dem Hintergrund, dass die Plattform komplett für jeden Upload haften.

Das Problem: Jeder lädt alles hoch! Gerade auf Social Media kann man ohne Hindernisse alles Mögliche posten und teilen, ohne über die Rechte der Bilder überhaupt nachzudenken. So haben sich über die Jahre eine Menge an Inhalte, die Urheberrechte verletzen, auf den Plattformen angehäuft. Egal ob es eine Reportage ist, ein Hörbuch oder ein witziges Comicfoto, welches du wegen einer Challenge unter Freunden hochgeladen hast. Deine Follower feiern, aber der Ersteller und Urheber der Werke bekommt keinen Cent, obwohl seine Inhalte verbreitet wurden. Unfair? Stelle dir vor du entwickelst etwas und es wird einfach so verbreitet!

Die Lösung sollen unter anderem Uploadfilter der einzelnen Plattformen sein, die mit jedem User vor dem Upload eines Fotos die Copyrights klärt. Hat der User keine Copyrights des Inhaltes wird die Veröffentlichung verhindert und die Plattform sichert sich so ab. In der Theorie nachvollziehbar, so die urheberrechtsverletzende Verbreitung von Bildern, Texten oder Lieder einzudämmen. Wenn da nicht die große Befürchtung der Artikel-13-Gegner wäre, dass diese Uploadfilter die Meinungsfreiheit drastisch einschränkt und so indirekt manipulierbare Internetzensur betrieben werden kann.

Viele Firmen, wie zum Beispiel die Streamingplattform Twitch, geht die Reform noch drastischer an und hat ganz klar verkündet EU-Nutzer zu blocken für alle Inhalte, um sich dem hohen Umsetzungsaufwand der Reform zu entziehen. Im September werden alle Debatten nochmal neu entfacht und es steht in den Sternen, was genau passieren wird in Zukunft. Fakt ist, dass die Reform kommen wird, aber genau so steht fest, dass die technische Umsetzung von Uploadfiltern ohne das gleichzeitige Blocken der Inhalte noch nicht möglich ist. Bestätigt der Europäische Rat bleiben den Mitgliedsstaaten noch genau zwei Jahre, um die Reform umzusetzen. Kollateralschäden wird es zu genüge geben, dennoch können wir nicht viel tun, als abzuwarten. Ist da der Anfang vom Ende unseres Internet, wie wir es kennen? Werden wir Social Media dann nicht mehr so nutzen können?

Was denkst du über den Artikel 13 oder hast du Fragen zu der Reform und die möglichen Auswirkungen auf dein Unternehmen? Lass uns gemeinsam eine Social Media Strategie entwickeln, der Artikel 13 nichts anhaben kann!

Schreibe mit unverbindliche eine Mail an: kontakt@philippldrs.de

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