Jungdesigner Show an der University of Art and Design Halle a.d. Saale

Modenschau

Ich war gestern zu einer Fashionshow der besonderen Art in Halle an der Saale. Neben alten tollen Erinnerungen an meine Studienzeit in Halle habe ich gestern eine große positive Überraschung erlebt. Dadurch, dass ich nach wie vor den Steno-Hype unserer Modegesellschaft boykottiere, war ich sehr gespannt auf die Mode, die mir im Rahmen des Semesterabschluss der Studierenden von der University of Art and Design Halle präsentiert werden sollten. Neugierig, aber auch etwas skeptisch bin ich dann am Freitag mit meinem Kumpel und Fotografen Tommeeblack nach Halle gefahren. Die Skepsis kam daher, dass “Haute Couture” ein wirklich spezielles Thema ist und gerade im modisch-verschlafenen Dresden eher auf Abneigung als Zuspruch treffen würde, so war ich gespannt, was ich mir von dem Abend als Inspiration mitnehmen kann. Zum Thema Mode in Dresden hat der lokale Blogger Matthew Mister auch einen tollen Beitrag geschrieben (Klick hier). Nichtsdestotrotz wollte ich mir diese Show nicht entgehen lassen, Inspiration beginnt im Extremen und so eine Liebe zum Detail findet man nur in der Haute Couture. Herzlich begrüßt wurden wir von der Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Silke Janßen und ihrer lieben Assistentin Johanna Zuber, welche uns mit Goodie Bag ausstattete, persönlich vorm offiziellen Einlass zu unseren Plätzen führte und uns eine ausführliche Instruktion über das Event selbst und das Motto gab. Die erste Modenschau 2018 und der zeitgleiche Abschluss des Wintersemester 2017/2018 stand im Zeichen von Glauben und Religion.

IMG_5993

IMG_5986

IMG_5994

Eine Kollektion für Gott:

40 Studierende präsentierten ihre eigens entworfenen Outfits und Kollektionen vor großem lokalem, nationalem und internationalem Publikum im Volkspark Halle. Dabei befassten sich die Semesterarbeiten des zweiten bis vierten Semesters einerseits mit individuellen Glaubensbekenntnissen der Studierenden selbst und andererseits mit der Rolle von Glaube und Religion in unserer heutigen sehr rationalen Gesellschaft. Jegliche kritische, kokette oder schwelgerische Interpretation des Themas wurde Gottheiten, Naturerscheinungen und Horoskopen gewidmet, welche dann individuell als modische Verbildlichung auf dem Laufsteg präsentiert und von Live Musik perfekt in Szene gesetzt wurden.

IMG_6014

IMG_6308

IMG_6019

IMG_6034

IMG_6206

IMG_6208

IMG_6211

IMG_6178

IMG_6155

IMG_6188

IMG_6091

IMG_6077

IMG_6039

IMG_6143

IMG_6278

IMG_6292

IMG_6300

IMG_6249

IMG_6224

Studierende in verschiedenen Semestern haben Outfits, unter unterschiedlichen Mottos, an sich selbst präsentiert. Das zweite uns dritte Semester hatte das Thema “Von Amun über Manitou bis Zeus: Wenn Sie ein Gott oder eine Gottheit wären…?”, das fünfte Semester beschäftigte sich mit der thematischen Frage “Parodies oder Dämonen: Gut oder Böse?” und das vierte Studienjahr ließ sich vom Thema “Göttern und Musen” inspirieren. Dabei orientierten sich die Mode-Studierenden an der Gestaltungsphilosophie von Prada. Neben den Semesterprojekten wurden auch vier Bachelor- und zwei Masterabschlussprojekte präsentiert. Dabei hat mir besonders die Taschenkollektion von Bachelorabsolventin Emelina Michels unter dem Titel “Homo touristicus” gefallen. Da ich selbst ein Accessoire-Fan bin und immer eine Tasche oder Rucksack bei mir trage, sprach das Thema mir aus der Seele und beleuchtete die Tasche als Transportmittel materieller Werte und individueller Gefühle für den ständig reisenden Menschen. Zusammenfassend kann ich nur noch einmal meinen Respekt für die geleistete Arbeit an alle Designer aussprechen, die Show war grandios und die Umsetzung der Thematiken und die gezielte, Detail-verliebte Verarbeitung der Outfits und Kollektionen war einfach atemberaubend. Ich habe sehr viele Trends gesehen und gerade die Kollektionen “Upside Down” von Bachelorabsolventin Gerda Tetzlaff, “Homo touristicus” von Emelina Michels, “Prada Frida” von Jungen Yang, “o” von Carla Herrig, “Mammon” von Salim Runge und “Chimaira” von Anja Eisen und Magdalena Popp haben mich extrem inspiriert, wobei ich gestehen muss dass jedes Projekt etwas einzigartiges hatte! Ich möchte mich noch mal auf diesem Wege bei der Burg Giebichstein Kunsthochschule Halle und allen Beteiligten für die Einladung und die Gastfreundlichkeit bedanken. Ich freue mich auf die nächste Show im Sommer!

4 thoughts on “Jungdesigner Show an der University of Art and Design Halle a.d. Saale

  1. Hallo Philipp,

    Toller Beitrag und cooler Blog 😉
    Danke für das Feedback, darüber habe ich mich sehr gefreut ?

    Herzlich

    Emelina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.